Die BVG Projekt GmbH wurde mit dem Ausbau der U-Bahnlinie U8 beauftragt, um eine direkte Anbindung des Märkischen Viertels an das U-Bahn-Netz zu realisieren.

Über 47.000 Menschen wohnen und arbeiten im Märkischen Viertel in Berlin Reinickendorf. Dieses zeichnet sich durch seine vielen Wohnhochhäuser, die Nähe zu Naturgebieten wie dem Tegeler See und dem Märkischen Park und das Gewerbegebiet am Zerpenschleuser Ring aus.

Bisher erreichen sowohl die S- und U-Bahnen als auch die Tram nur den äußersten Rand des Viertels. Für eine direkte Anbindung ins Märkische Viertel verkehren derzeit acht verschiedene Buslinien der BVG, welche täglich von ca. 30.000 Personen genutzt werden. Durch die ringförmige Straßeninfrastruktur innerhalb des Märkischen Viertel lassen sich die nächstgelegenen Verkehrsknotenpunkte jedoch nur über Umwege erreichen. Zudem stehen die Busse oft im Stau, weshalb es für Anwohnende nicht selten über 20 Minuten dauert, vom S- und U-Bahnhof Wittenau an die eigene Haustür zu gelangen.

Informationsschild "U-Bahnlinie 8".

Seit dem Bau des Märkischen Viertels in den 1960er Jahren ist eine U-Bahnanbindung vorgesehen. Die letzte Verlängerung der U8 wurde 1994 jedoch nur bis zum S-Bahnhof Wittenau gebaut.
Die BVG Projekt GmbH führt die Planung für eine neue Anbindung des Märkischen Viertels an das bestehende U-Bahnnetz durch.

Vorteile der neuen Verbindung:

  • Schnellerer und bequemerer öffentlicher Nahverkehr für alle im Märkischen Viertel
  • Überzeugendes Angebot für den Umstieg vom Individualverkehr auf den ÖPNV für weniger Verkehr, Lärm und CO2-Ausstoß auf den Straßen
  • Attraktive Verbindung des Märkischen Viertels mit der Innenstadt
  • Chance zur verbesserten Erschließung weiterer Gewerbegebiete im direkten Umfeld

Bisherige Schritte:

Grundlagenermittlung und Nutzen-Kosten-Untersuchung

Welches Verkehrsmittel und welche Trassenführung das Betrachtungsgebiet letztendlich am besten erschließt, wird im Rahmen der Nutzen-Kosten-Untersuchung ermittelt. Die Ergebnisse werden mit der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) abgestimmt und es wird sich auf das geeignetste Verkehrsmittel festgelegt. Gleichzeitig wird mittels Verkehrsmodellierung untersucht, von wo, wohin und auf welche Weise sich die Menschen im und um das Märkische Viertel bewegen. Dadurch können neue U-Bahnhöfe so platziert werden, dass sie möglichst Vielen nutzen. Auf der Grundlage standardisierter Vorgaben des Bundesverkehrsministeriums wird anschließend geschätzt, wie viele Menschen die neue U-Bahn nutzen würden und welche Auswirkungen dies auf den Verkehr im Märkischen Viertel hätte. Auf Grundlage aller dieser Faktoren wird rechnerisch bewertet, ob der gesamtgesellschaftliche Nutzen des Projekts größer als die anfallenden Kosten ist.

In der Folge wurde eine Verlängerung der bestehenden U-Bahn-Linie U8 vom U-Bahnhof Wittenau ins Märkische Viertel beschlossen.

Vorplanung

Im April 2026 hat der Berliner Senat entschieden, die Planungen zur Verlängerung der U8 fortzuführen. Dieser Beschluss beinhaltet die Durchführung der Planungsleistung der Leistungsphase 2 (Vorplanung).

Die neue Trasse soll vom U-Bahnhof Wittenau über die vier neuen Bahnhöfe „Märkisches Zentrum“, „Treuenbrietzer Straße“ und „Wesendorfer Straße“ zum „Senftenberger Ring“ verlaufen. Ergänzend ist im Anschluss an die Strecke der Bau einer neuen unterirdischen Aufstellanlage vorgesehen.

Im Rahmen der Vorplanung werden die bisherigen Untersuchungsergebnisse weiter konkretisiert und die bevorzugte Trassenvariante zu einem ersten technischen Gesamtkonzept ausgearbeitet. Dabei werden unter anderem die Konzepte zur Bauablaufplanung, Umweltaspekte sowie die Einbindung in die bestehende Stadt- und Verkehrsstruktur betrachtet. Am Ende der Vorplanung steht die abgestimmte Vorplanungsvariante (Vorentwurf) mit einer Kostenschätzung, die als Grundlage für die Entscheidung über die Weiterführung des Projekts dient.